Poesie und Philosophie über den ganz normalen Wahnsinn unseres Lebens. Poetry and philosophy about the everyday madness in our lives.

once upon the time (again)

Donnerstag, Juni 11th, 2009

Probieren wir mal was Neues. Vor einiger Zeit habe ich mir die Mühe gemacht meine Handschrift zu digitalisieren. Das sieht dann wie folgt aus:

Spar (digitalisiert)

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NOST – Die Tour 2006

Samstag, April 28th, 2007

Kroatien, Dänemark, Holland … Viele Ziele hatten wir vor Augen und alles was wir wollten, war Sommer, Sonne, Strand und Bikinis (inkl. deren weibliche Füllung) um uns herum. Was wir bekommen sollten war aber alles andere als das.

Prolog
Alles begann an einem Montag. An einem achtundzwanzigsten im August im Jahre 2006. Mausgrau hätte man das Wetter wohl beschreiben können, aber wir waren voller Tatendrang, denn nach längerem hin und her hatten wir uns für eine mehrtägige Radtour an der Ostsee entschieden.
So eine Radtour ist natürlich die einfachste Sache der Welt. Alles was man dazu braucht sind ein Fahrrad, ein paar Klamotten und Radtaschen um alles darin zu verstauen. Ein paar Insiderwitze, die niemand jemals nachvollziehen kann sind auch nicht verkehrt. Eigentlich hatten wir schon alles außer den Taschen, den Klamotten und den Insiderwitzen. Also mussten wir einkaufen gehen und was gibt es da besseres, als den Outlet-Store eines Markenherstellers (namentlich: Vaude). Fröhlich machten wir uns also von Reutlingen aus auf den Weg ins schwäbische Metzingen vor der Alb, um dort jenen Laden aufzusuchen.

Tourkarte

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long way home

Samstag, Februar 4th, 2006

Es war dunkel vor ihrem Fenster. Der Regen prasselte gegen das große Fenster ihres Abteils. Das monotone Gerumpel der Schwellen unter dem Zug war schon längst in ihr Blut übergegangen, sodass sie ihre Gedanken schweifen lassen konnte, wärend draußen immer wieder vereinzelte Lichterpunkte von Ortschaften vorbeiglitten.

Der Flug war überraschend angenehm gewesen. Pünktlicher Abflug und wenig Turbulenzen. Ein süßer, junger Blondschopf saß neben ihr am Fenster und hatte, in kindlicher Neugier über alles erstaunt, die meißte Zeit stahlend aus dem Fenster gestarrt. Die Umstiegszeit am Flughafen in den bereitstehenden Zug war knapp bemessen, aber gut schaffbar. Sie hatte ihren kleinen Koffer unter dem Sitz verstaut und es sich in einem der leeren Sessel in einem Sechspersonenabteil gemütlich gemacht. Nach einigen Halten war sie alleine im Abteil und ließ, erleichtert durch die Ruhe um sie herum, die Füße nach vorne gleiten.

Zu Hause. Noch drei Stationen, dann würde sie in dem kleinen Nest ankommen, das für sie vor langer Zeit der wohl spießigste Platz auf Erden gewesen war. Ein Dorf am Ende der Welt, bestehend aus nicht mehr als dem Bahnhof und ein paar Häusern, in denen nicht mehr Menschen lebten, als es Katzen im Dorf gab. Das letzte mal war sie hier zur Beerdigung ihrer Mutter, ihr Vater war schon einige Jahre zuvor friedlich eingeschlafen. Damals war der kleine Bungalow ihrer Eltern voll mit Leben gewesen. Viele Menschen, die in Trauerstimmung, den letzten Abschied von ihrer Mutter nahmen. Emilia hatte nicht gewusst, dass ihre Eltern überhaupt so viele Menschen kannten. Ihr Vater hatte einmal gesagt, dass er ihre Mutter in der Stadt kennengelernt hatte und sie viele schöne Jahre dort verbracht hatten. Wahrscheinlich kannten sie daher so viele Menschen. Heimat aber, war für ihn die Stadt nie gewesen. Die eigenen vier Wände mit einem Garten um dem man sich kümmern kann, hatte er sich schon immer gewünscht. Ein Wunsch der in Erfüllung gegangen war und soweit es Emilia wusste, waren ihre Eltern dort immer glücklich gewesen, bis auf ein paar Streitereien über unwichtige Dinge.

Die Bremsen des Zugs zogen an und ein merkwürdiges Gefühl machte sich in ihr breit. Wie würde es sein, nach so langer Zeit wieder an den Ort ihrer Kindheit zurückzukehren. Sie wusste es nicht, doch hatte sich der unbändige Wunsch nach Heimat in ihr angestaut und sie zu dieser Reise gebracht. Der Morgen war in den ersten Zügen als sie ihren Koffer unter dem Sitz hervorwuchtete und den Griff zum Ziehen aus dem Koffer herauszog. Ein paar Schritte in dem nurnoch rollenden Zug bis zur Tür. Ein Ruck und das Zischen in den Türen, das die Entriegelung verrät. Mit einer Hand griff sie langsam nach dem Knauf und drehte ihn herum bis die Tür aufschwang. Emilia trat die zwei Stufen hinunter und auf den Bahnsteig. Den Blick auf die altmodische Türverkleidung des Zuges gerichtet, hob sie den Koffer behutsam über die Stufen zu sich auf den Bahnsteig hinab. Sie drehte sich um und blickte durch den kühlen Morgennebel auf den merkwürdig vertrauten, kleinen Bau der das Bahnhofsgebäude darstellte. Ein junger Mann half, ein gutes Stück weiter durch den Nebel gräulich scheinend, einer Frau mit ihrem schweren Gepäck aus dem Zug bevor sie sich in die Arme fielen und es den Anschein hatte, als ob sie sich nie wieder loslassen wollten. Sie richtete ihren Blick auf die alte Straße die sie nach Hause führen würde und ging los.

Ihre andere Heimat in der Großstadt war weit weg, doch es machte ihr nichts aus, denn mit der Stadt hatte sie auch ihn hinter sich gelassen. Ihn, der für sie mehr Heimat war als sie es sich je gewünscht hatte. Er hatte gesagt, dass er sie liebt und dass er fühle wie sie, doch war er es, der eines Nachmittags auf sie zukam und sagte er hätte jemand neues gefunden. Emilia konnte ihm nicht wirklich böse sein, dafür liebte sie ihn zu sehr, doch der Schmerz in ihrem Herzen hatte den Bezug ihres Kopfkissens viele Nächte mit Salzwasser durchtränken lassen. Es war nicht so, dass sie es hätte ändern können und selbst wenn sie es gekonnt hätte, hatte sie doch gewusst, dass wenn er glücklich sein sollte, sie auf ihn verzichten musste und ihn freigeben musste. Es tat weh, doch das schien nun nurnoch eine Erinnerung zu sein.

Die vertraute alte Straße endete bald und nur der Schotterweg führte weiter zum Haus ihrer Eltern. Sie musste den Koffer abwechselnd in den Händen tragen, da er obwohl er nicht sehr groß war, sehr schwer wirkte. Früher hatte sie diese Gegend beim Spiel mit anderen Kindern mit dem Mond verglichen, da es eine recht öde Landschaft war die sich meilenweit hinzog. Heute genoss sie die kühle Morgenluft und ließ den Blick beim Laufen über das offene Land, das mit deutlich gealterten Bäumen übersät war, schweifen. Ihre Gedanken vermengten sich mit Erinnerungen an ihre Kindheit, in der sie immer weiter von zu Hause weglief und am Abend ihren Eltern erzählte wie weit sie, wenn sie groß sein würde, wegreisen würde. Ihr Vater hatte immer nur gelächelt und gesagt, dass man Heimat nicht in der Fremde, sondern nur im Herzen findet.

Das Alte rostige Gartentor, das zum Eingang des Hauses führte kam in Sicht und ein kleiner Anflug von Aufregung machte sich in ihrem Kopf breit. Sie hatte sich manchmal gefragt, warum sie das Haus ihrer Eltern nicht verkauft hatte. Wahrscheinlich konnte sie es nicht, weil sie wusste wie viel ihren Eltern an diesem Stück Erde und Stein gelegen hatte. Heute war sie froh, dass sie wusste, wohin sie gehen konnte. Ein Freund der Familie hatte sich um das Haus gekümmert, in der Zeit als niemand da war und so war es fast verwunderlich, dass es nicht komplett von den Bäumen und Sträuchern, die ihre Eltern einst so geflegt hatten, zugewachsen war.

Quietschend glitt die Gartentür auf und Emilie setzte einen Fuß vor den anderen über die alten Pflastersteine auf die große, schwere Holzeingangstür des einstigen Elternhauses zu. Sie kramte nach ihrem Schlüsselbund und fischte den Schlüssel heraus, den sie seit langen Jahren nicht mehr verwendet hatte, und steckte ihn ins Schloss.

Ein Schwall von Emotionen überkam sie. Tausende Erinnerungen, von ihrer Kindheit bis zu dem Moment, in dem sie durch das Gartentor schritt, fluteten ihren Verstand. Eine einzelne Träne löste sich aus ihren Augen und fiel mit einem unhörbaren Geräusch zu Boden. Nach allem was war, würde sie hier nie wieder zu Hause sein.

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