Poesie und Philosophie über den ganz normalen Wahnsinn unseres Lebens. Poetry and philosophy about the everyday madness in our lives.

Im Zwielicht

Sonntag, November 27th, 2011

An der Ecke zwischen hier und nirgendwo
hab ich dich gefunden
und vielleicht geht es allen so
doch haben wir uns endlos geschunden.

Neben allerlei und unter allem
fand ich an dir meinen Gefallen,
wie Welten die aufeinander prallen
ineinander verhakt mit uns’ren Krallen.

Los zu lassen, das ist schwer
die Frage: Ist da nun nichts mehr?
Wie kann es das gewesen sein
ich dachte du wärst ewig mein.

Stets im Abseits, mittendrin
handelten wir ohne jeden Sinn.
Mit dem Herzen voll voraus
unbeirrt ins frühe Aus.

Liebste Liebe höre mich
warum lässt du mich im Stich?
Sind Gefühle hoffnungslos
oder gibt es Grund für diesen Stoß?

Lang genug zusammen gelitten
oft genug nur noch gestritten
aber der Schlussstrich änderte nicht viel
brachte uns beide nicht ans Ziel.

Es gibt nichts zu begleichen
und auch nichts zu erreichen.
Die Waage im perfekten Gleichgewicht
und trotzdem: ewig trübes Licht.

Gefangen im Leben
gegeißelt durch Zeit
hör auf an mir zu kleben
dann bin ich befreit.

[Am Ende von nichts
am Anfang von allem
kein Laut wird erschallen
Diamanten des Gesichts.]

Occam’s razor

Mittwoch, Mai 11th, 2011

non sunt multiplicanda entia sine necessitate

Ockhams Rasiermesser (engl. Occam’s razor) beschreibt ein Sparsamkeitsprinzip. Fälschlicherweise interpretiert man die Aussage häufig als “Wenn es mehrere Erklärungen für ein und den selben Sachverhalt gibt, so ist die einfachste die plausibelste”. An dieser Fehlinterpretation ist nicht zuletzt unser geliebtes Hollywood schuld. Die Aussage wird ziemlich genau so im Film “Contact” (1997) gegen Ende gemacht. Die richtige Aussage hinter Ockhams Rasiermesser wäre:
Von mehreren Theorien, die den selben Sachverhalt erklären können, sind die einfachen vorzuziehen. Alternativ könnte man auch sagen, dass ein Zusammenhang so einfach wie möglich erklärt werden sollte. Das soll nun erstmal genug wikipedia für heute sein.

Interpretieren wir Ockhams Rasiermesser auf Beziehungen zwischen Menschen um. Jeder hängt in solch einem Fall fest oder hing darin. Man steigert sich selbst in eine imaginäre Beziehung mit einer geliebten Person hinein. Verliert den Kopf und interpretiert alles so positiv wie es nur geht. Man kann aus jedem freundlichen Wort mehr machen als es ist. Man kann von jedem Lächeln, das man geschenkt bekommt, Woche um Woche zehren. Oder man kann versuchen die Welt zu sehen wie sie ist. Vergiss die Zeit die ihr miteinander verbringt. Kommt sie / er auf dich zu, oder geht die Initiative nur von dir aus? Belüg dich nicht selbst, sondern sei einfach ehrlich zu dir selbst. Die Erkenntnis tut weh, aber einfach ist sie doch: Das Gefühl mit dem du dein Herz erwärmst ist deines allein. Es kommt nichts zurück, wenn du nicht aktiv danach fragst. Man gibt sich nur mit dir ab, wenn man nichts anderes vor hat oder – um dir nicht weh zu tun.

Wenn du viele Erklärungen hast warum es aktuell nicht so prima zwischen euch läuft, so ziehe die einfachen Erklärungen vor. Die einfachen Erklärungen – die so schwierig zu erkennen und zu akzeptieren sind.

Geliebte, lass dir sagen: Wenn du weißt, dass dein Gegenüber mehr für dich empfindet als du selbst; lass ihn nicht in der Schwebe. Sag ihm, dass da nichts ist, auch wenn dadurch Welten untergehen. Neue Welten können erst entstehen, wenn der Bann erstmal gebrochen.

Georgos / Bauer

Dienstag, Mai 3rd, 2011

In der Hoffnung, dass du weißt, wo dein Name seinen Ursprung hat und dich dies irgendwie erreicht.

Ein paar Dinge,
die mir auf dem Herzen liegen:
Ich weiß,
dass mich dieser Text teuer zu stehen kommen kann
- aber was soll ich tun?
Das Herz eines Dichters
ist nicht dazu gemacht dicht zu halten.

Du kennst mich genauso wenig,
wie ich dich kenne.
Wir sind uns nie begegnet,
haben uns nie gesehen.
Doch kann ich sehen was du tust,
hören was du sprachst,
fühlen was du getan.

Im Folgenden spricht nur mein Herz zu dir.
Hör hin
- damit du verstehst was es dir sagt,
tust was du solltest,
fühlst was es bedeutet.

Liebe, mein Freund,
hat nichts mit der Zukunft zu tun.
Sie ist im Moment
und nur dort wichtig.
Liebe kennt keine Distanz,
kennt keine Zeit,
keine Probleme
und kein Ende.

Liebe stellt sich selbst nicht das Bein,
das tut der Kopf.
Doch hör, Freund:
Liebe, das ist nicht rational,
nicht zu erklären,
unbeirrbar und pur.
Was also sucht dein Kopf
in Entscheidungen der Art?

Du gehst fort,
lässt sie zurück -
warum bleibt sie auf der Strecke?
Meinst du etwa
etwas besseres wird sich ergeben?
Sieh ein,
besser wird es nicht,
nur anders
allemal.

Was ist nicht zu lieben an ihr?
Die Distanz,
mögliche Zukunft,
Ungewissheit?
Ich sage alles
was sie hat und ist
perfekt wie ein Kreis -
nur alleine
kann sie nicht sein.

Verwehre dich nicht vor ihr
lass dich tragen.
Sie wird dich leiten
zu einer Lösung
für euch beide.
Ich habe es gesehen
Welten zwischen ihnen -
doch Liebe eint sie.
Entfernungen sind winzig klein,
können sie nur einen Herzschlag beisammen sein.

Es ist noch nicht zu spät -
es kann noch alles werden.
Sag ihr,
ich will heute lieben
morgen ist vorerst egal.
Selbst wenn eure Treffen
selten wie ein Diamant;
so lass mich aus Erfahrung sprechen:

Liebe den Augenblick,
liebe ohne Rücksicht auf den Tag danach.
Sie ist zu kostbar um es nicht zu tun,
zu flüchtig um sie auszuschlagen.
Jeder Moment mit ihr ist wie ein Edelstein
und könnte es auch der Letzte sein,
ist es besser dieses Gefühl gehabt zu haben
als es später ewig zu bereuen
und nie versucht zu haben.

Sei kein Idiot,
wenn ihr euch schon damit abgefunden habt.
Was der Kopf meint interessiert hier keinen
und was ihr Mund sagt
ist nich was ihr Herz so spricht.
Von Herz zu Herz sage ich dir:
Lass Energie in Worte fließen
und du wirst das Leben mit ihr genießen.

autumn leaves

Samstag, Oktober 24th, 2009

Zu warten auf Deine Rückkehr
so weit weg – Im Herzen nah.
Für immer bei mir – in Gedanken
schon in der Zukunft – Du wieder hier
Das Jetzt – es scheint so unwichtig, fern.
Nicht real – ein anderes Leben
Doch frage ich mich jeden Tag:
Wirst Du mir Erfüllung bringen?
So leer allein – sehnsüchtig ächzt dein Platz
in meiner Brust.
Am rechten Fleck das bist du erst
wenn ich nicht mehr nur ich – Du hier.
Zusammen für das übernächste Mal
denn bist Du hier – schon wieder dort.
Viel zu vage mein Gerüst
aus Gedanken – Hoffnung lebt.
Doch kannst erst Du Gewissheit bringen,
wenn du Gewissheit geben willst.
Ich warte auf Dich – ewig blüht der Herbst
Nie Frühling doch auch Winter nicht,
im Sommer meines Lebens.

once upon the time (again)

Donnerstag, Juni 11th, 2009

Probieren wir mal was Neues. Vor einiger Zeit habe ich mir die Mühe gemacht meine Handschrift zu digitalisieren. Das sieht dann wie folgt aus:

Spar (digitalisiert)

(weiterlesen …)

bewegung

Sonntag, September 28th, 2008

Vorwärts lautet das Motto,
denn Stillstand ist der Tod.
Doch obwohl ich vorwärts sage,
bewege ich mich eher rückwärts.
Nicht, dass es eine Rolle spielen würde,
wohin ich mich derzeit bewege.
So lange ich in Bewegung bleibe,
ist alles in Ordnung.
Die Nacht liegt auf der Lauer
und die Ruhe ist mein Feind.
Nur ein Moment nicht abgelenkt reicht aus
um meine Welt wieder einstürzen zu lassen.
Mit der Zeit wurde ich immer besser
in diesem Spiel der Verdrängung.
Doch lösen sich Probleme nicht von allein,
aber je mehr Zeit vergeht,
desto leichter scheint es,
sich wieder damit zu beschäftigen.
Ich lebe diese Lüge bis mein Herz zerbricht.
Was bleibt mir schon?
Wer bleibt mir noch?
Alleine ist gewiss nichts besser
doch einfacher
und schmerzfrei.

Imperfection

Sonntag, April 16th, 2006

Tage wie diese erinnern daran, dass der Mensch kein Einzelgänger ist. Ein Mensch gehört nicht alleine und kann doch auch nicht zusammen. Eine wirre Konzeption aus verführerischen Einbildungen, die Einsamkeit suggerieren, selbst wenn man sich in einer Menschenmenge bewegt, die vor Leben pulsiert. Ein lebendiger Strom, der vorbei gleitet und sich wie in Zeitlupe um Dich dreht. Die Bewegungen der Menschen um dich herum sind träge und kaum begreifbar, so langsam scheinen sie. Lautes dröhnen der Musik, von dem nur ein Echo in die eigene Realität eindringt. Nicht ein Ganzes, sondern nur ein halbes Leben führst du Mensch, wenn du nicht dein Gegenstück gefunden hast. Das Gegenstück, dass dich zu mehr macht als du bist und doch mehr dein selbst aus dir heraus holt als alles andere. Deine Vervollständigung, deine Ergänzung um den fehlenden Teil, von dem du gar nicht wusstest, dass er dir fehlt bis du ihn getroffen hast. Grundverschieden und doch auf einer Ebene, sich gegenseitig vollendend. Ein Mensch, dessen es nicht mehr Bedarf, als bloße Anwesenheit. Er gibt dir Geborgenheit und den Schutz den du suchst. Beschützt dich vor dir selbst und deinen Gedanken, die dir selber Schaden zufügen. Nur ein Stück freie Haut, das wärmend strahlt, vergessen lässt den Alltag. Weich und sanft, bebend vor Leben. Unbegreiflich ist was hier passiert.

Ohne dich Gegenstück – ist alles leer und unbedeutend. Unvollständig lässt du, was sich nach Vollständigkeit sehnt. Mich.

Falls dies je der richtige Mensch lesen sollte, wird dieser wissen, dass er gemeint ist . . .

Hold up… hold on… don’t be scared
You’ll never change what’s been and gone
May your smile… Shine on… Don’t be scared
Your destiny may keep you warm.

Because all of the stars are fading away
Just try not to worry you’ll see them some day
Take what you need and be on your way
And stop crying your heart out

Get up… Come on… why you scared
You’ll never change what’s been and gone

(Oasis – Stop Crying Your Heart Out)

Spiel mit Worten

Mittwoch, Januar 4th, 2006

Er, Sie
Sie, Er
Niemehr
Du, Ich
wir? sie?
sicher nie!
Er, sie
Sie, Es?
Ein Exzess
Mein, Dein
Dein, Sein
will kein
Unser, Euer
Euer, Ihr
sind zusammen vier
Vier da
da vier
weg von hier
Ja, Nein
Nein, Ja
hurra
drunter, drüber
drüber, drunter
macht munter
weit, fern
fern, nah
wunderbar
Hass, Liebe
Liebe, Triebe
gleich gibt’s Hiebe
Warm, kalt
kalt, heiß
So ein … ;-)

Brainstorming

Freitag, Mai 27th, 2005

Nah und doch so fern.
Wie kann man sich so nah sein und sich trotzdem so weit von einander entfernt fühlen?
[Stopp]
Es gibt Barrieren die man einfach nicht überwinden kann aber vielleicht ist es schon zu spät dafür. Vielleicht hätte man sich früher fragen müssen ob es funktionieren kann.
[Stopp]
Aber kann man mit dem Wissen leben, dass man nur für jemand anders lebt? Ist das Leben eine Aufopferung für andere? Will man das?
[Stopp]
Es gibt vieles was hätte gesagt werden müssen und vieles was hätte ungesagt bleiben sollen. Aber spielt es überhaupt noch eine Rolle? Man kann nicht das beeinflussen was schon geschehen ist, aber die Zukunft kann beeinflusst werden.
Wenn es nur nicht so weh tuen würde – diese Erkenntnis, dass alles was ist, nicht sein dürfte.
[Stopp]
Was bleibt ist die Liebe – aber es ist ungewiss was das überhaupt bedeutet.
Wenn das Liebe ist warum tut es dann so weh?
[Stopp]
Warum ist alles so kompliziert?
Muss es das sein?
Muss ich dieses Leben leben oder habe ich mir sogar selbst meine Verdammnis ausgesucht?
[Stopp]
Vielleicht wäre es besser alles loszulassen. Aber was wird dann aus jenen die mich lieben. Man hat doch immernoch die Verantwortung denen gegenüber die an einen glauben – das Recht steht uns nicht zu den anderen diesen Glauben zu nehmen.
Vielleicht wäre das die beste Lösung für sich selbst – aber das Leid das damit einhergeht muss man selbst verantworten.
Der einzige Weg ohne Verantwortung aus diesem Leben herauszukommen ist das Vergessen.
Die Menschen müssen vergessen um nicht festzuhalten – um nicht zu erinnern – um nicht zu leiden.
[Stopp]

Dieser Text war zum Zeitpunkt der Entstehung ein Fließtext ohne Punkt und Komma. Zur Übersichtlichkeit wurde der Text etwas strukturiert und die einzelnen Gedankengänge klar voneinander abgetrennt. Die Reihenfolge sowie der Inhalt entsprechen dem Orginal. (Wahrscheinlich genauso wie die Tonnen von Sch(l)echtschreibfehlern)