Hass
Rosen, Tulpen, Nelken, alle Blumen welken, nur die eine nicht und die heißt Vergiß-mein-nicht!
Vergessen ist ein Luxus den sich kaum einer leisten kann. Hand aufs Herz, die eine oder andere Erinnerung würde doch jeder gerne aus seinem Gedächtnis streichen. Sei es weil es einfach nicht in das Gesamtbild eines Menschen passt oder weil man es einfach nicht wahr haben möchte, dass einem soetwas schreckliches oder peinliches jemals widerfahren ist.
Erstaunlicherweise sind es garnicht die Leute, mit denen uns viel verband, die, die uns lange verfolgen. Es sind die Menschen die einem Unrecht angetan haben, Schmerzen zugefügt oder seelisch verletzt haben. Der Hass auf diese Menschen bleibt – oft das ganze Leben lang – es kommt sogar vor, dass der Hass über Generationen weiterleben darf. Er wird weitergegeben und verstärkt durch neue “Erkenntnisse”. Oft genug reicht die Saat in Form von Zweifeln um ein Gebilde aus Vorurteilen, Verleumdungen und dem daraus entstehenden Hass entstehen zu lassen.
Hass im Gegensatz zu vielen anderen Emotionen ist viel realer als positive Gefühle wie Freude, Lust, Liebe. Man kann Hass fühlen. Er sitzt irgendwo zwischen den Rippen und dem Rückgrad und einmal entfacht rast das Herz und pocht wie wild, Hitze steigt ein einem Menschen auf und Aggression baut sich innerhalb von Sekunden auf. Welches andere Gefühl ist so real? So fühlbar? So lange haltbar? Freundschaft, Zuneigung, Liebe – das alles sind vergängliche Gefühle, nur Hass darf bleiben.
Hass auf etwas oder jemanden ist nicht gut, er zerfrisst die Seele eines Menschen. Trotzdem bleibt er immer bei uns/in uns. Man kann ihn nicht loswerden – nur durch den Tod.
Vergiß-mein-nicht – Segen oder Fluch? Manchmal würde ich lieber vergessen und den Hass der sich in meiner Brust festgefressen hat einfach hinausspülen, doch dann weiß ich doch, dass ich nicht der wäre der ich bin. Denn nur mit den Erinnerungen und den Gefühlen die ich in mir trage bin ich ich – ein Individuum das aus den lebendigen Erinnerungen meiner Erlebnisse resultiert.
Dieser Eintrag wurde am Donnerstag, den 27. Oktober 2005 um 16:49 Uhr geschrieben und ist unter Philosophie eingeordnet. Du kannst alle Antworten zu diesem Eintrag über den RSS 2.0-Feed verfolgen. Du kannst zum Ende gehen und ein Kommentar hinterlassen. Pinging ist zur Zeit nicht erlaubt.







30. Oktober 2005 um 18:12 Uhr
Nur durch dem was wir schon miterlebt haben sind wir das was wir sind. Die Gefühle die du da beschreibst kenne ich sehr gut, aber dennoch denke ich das nicht jeder Mensch in der lage ist zu hassen. Ich bin zum Beispiel ein Mensch die nur für wenige Minuten hasst, danach aber wieder verzeiht. Doch manchmal
kann Hass sich auch positiv ausüben, zum Beispiel wenn du
in der Schule bist und einen Lehrer *hasst* und ihm dann beweisen möchtest das du doch nicht so dumm bist wie er denkt. Ferner denke ich das es verschiedene Formen von hassen gibt…