Poesie und Philosophie über den ganz normalen Wahnsinn unseres Lebens. Poetry and philosophy about the everyday madness in our lives.

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Im Zwielicht 

Sonntag, November 27th, 2011

An der Ecke zwischen hier und nirgendwo
hab ich dich gefunden
und vielleicht geht es allen so
doch haben wir uns endlos geschunden.

Neben allerlei und unter allem
fand ich an dir meinen Gefallen,
wie Welten die aufeinander prallen
ineinander verhakt mit uns’ren Krallen.

Los zu lassen, das ist schwer
die Frage: Ist da nun nichts mehr?
Wie kann es das gewesen sein
ich dachte du wärst ewig mein.

Stets im Abseits, mittendrin
handelten wir ohne jeden Sinn.
Mit dem Herzen voll voraus
unbeirrt ins frühe Aus.

Liebste Liebe höre mich
warum lässt du mich im Stich?
Sind Gefühle hoffnungslos
oder gibt es Grund für diesen Stoß?

Lang genug zusammen gelitten
oft genug nur noch gestritten
aber der Schlussstrich änderte nicht viel
brachte uns beide nicht ans Ziel.

Es gibt nichts zu begleichen
und auch nichts zu erreichen.
Die Waage im perfekten Gleichgewicht
und trotzdem: ewig trübes Licht.

Gefangen im Leben
gegeißelt durch Zeit
hör auf an mir zu kleben
dann bin ich befreit.

[Am Ende von nichts
am Anfang von allem
kein Laut wird erschallen
Diamanten des Gesichts.]

Kennst du das? 

Montag, April 18th, 2011

Für eine besondere Frau.

Kennst du das?
Die Sonne steht hoch am Zenit
doch deine Gedanken sind wie Granit.
Draußen warm, doch innen kalt
du fühlst dich heute einfach alt.
In dir findest du auf allen Wegen
Wirbelsturm, Tsunami, Regen.
Schönes Wetter, schöner Tag,
eigentlich ganz so wie man es mag.
Sollte dich das nicht erheitern?
Doch tust du daran heute scheitern.
All das Gute hat heut’ keinen Zweck
Die Wahrheit bleibt: Er ist weg.

Hast du das schon gehört?
“Der hat dich nicht verdient”
ist ein Spruch der dich angrient.
Deine Freunde sagen “sei nicht blöd, der ist’s nicht wert”.
Sicher liegen sie damit nicht ganz verkehrt.
“Du findest einen besseren, da bin ich sicher”
aus dir bricht hysterisches Gekicher.
Man kann ihn einfach nicht ersetzen
wie konnte er dich nur so verletzen?
Man kriegt dich auch nicht richtig munter,
denn alles was du siehst zieht dich runter.
Dein Kopf sieht jeden Versuch nur als Betrug,
dein Herz weiß genau: er ist genug.

Fühlst du das?
Seine Macken sind das, was dir fehlt
und doch ist es seine Nähe die dich quält.
Du willst viel mehr als ihn nur sehn
und darfst doch nur vor ihm stehn.
Du zehrst von jedem Wort das er zu dir spricht
dass er dich weiter fertig macht, fällt nicht ins Gewicht.
Er ist halt so, und immer so gewesen
doch liebst du ihn wie einen alten Besen.
Kann er dich denn nicht verstehen,
deine Gefühle lassen ihn nicht gehen.

Verstehst du das?
Dieser Text soll dir was sagen:
Du sollst dich nicht länger Plagen.
Du bist ganz sicher nicht allein
und das Leben ist nicht lang gemein.
Deine Glücksnuss hält gewiss was sie verspricht
vielleicht findest du es in diesem Gedicht.
Finde Freude an den kleinen Dingen
dann wird dir bald alles gelingen.

Metamorphosegedicht 

Sonntag, März 6th, 2011

Ich bin ein Blatt Papier,
ich falte mich zu einer Schwalbe
und fliege in den Himmel.
Fort flattere ich mit meinen Flügeln
und gleite in eine Wolke.
Ich bin ein Regentropfen
und falle mit vielen meinesgleichen Richtung Erde,
wo wir eine Pfütze bilden.
Ein Fahrrad fährt durch mich hindurch,
man kettet mich an eine Laterne.
Ich leuchte hell auf die Bank unter mir.
Dort wo ab und an ein Pärchen sitzt,
ineinander verkeilt, ganz eins.
Sie küssen sich -
ich bin die Liebe,
im Frühling häufig anzutreffen.
Ich bin ein Jahr, ein Tag -
Ich bin der Moment.
Mich zerteilt der Takt
und zu mir spielt die Musik.
Ein Teil von mir ist Melodie
der andere ist Gesang,
erzeugt durch die Stimme -
spreche ich Reime.
Ich bin ein Gedicht
und stehe noch am Anfang.
Ich bin der Urknall, pure Energie
in Form von Druck und Dampf
schiebe ich den Kolben,
denn ich bin eine Lok
und ziehe den Zug im endlosen Kreis.
Wie ein Karussell
wirble ich durch die Luft
Ich bin der Keim jeden Lebens,
Essenz jedes Atemzugs,
fülle die Lunge,
bin in jedem Mensch zuhause.
In bin der Körper, der Arm und die Hand
Ich bin die Feder im Füller,
durch mich ziehe ich Tinte
forme Linien in Worte.
Ich werde beschrieben,
bin nur ein Blatt Papier.

Dienstag 

Dienstag, März 1st, 2011

Morgentau in deinen Augen,
Frühreif bahnt sich über dein Gesicht.
Diamant im Augenwinkel
Edelsteine im Lid.

So müde und doch:
unfähig zu schlafen.
Vakuum im Kopf,
Füllende Leere.

Einmal waschen
den Schmutz des Tages,
den Rest von gestern dazu.

Der Tag will auch nicht mehr so recht
aber bald vorbei,
drum ist’s einerlei.

Montag 

Montag, Februar 28th, 2011

Nacht,
es regnet, doch man sieht es nicht.
Regen,
Wolken verdecken was an Licht noch bleibt.
Augenblick,
durch einen Spalt scheint fahles Licht.
Wiese,
nass von Tropfen, woher kommt das Wasser?
Glitzern,
kleine Edelsteine an jedem Halm.
Mond,
er zeigt nur einen Teil und ist doch ganz.
Zeit,
vergeht erst langsam, nur im Rückblick schnell.
Stille,
irgendwo, gefasst, allein
Ruhe,
tiefer Atem.

Ebbe 

Samstag, Januar 8th, 2011

Müde Augen,
Schwere Lider,
Leerer Blick.
Ich stehe vor dir,
Du siehst mich nicht.
Wache im Schlaf,
Träume im Bewusstsein,
Lebe in der Fantasie.
Schwebe fest am Grund,
Gefangen in der Freiheit,
Nur ein Faden hält dich fest.
Jahre im Augenblick,
Dunkles Licht.
Sieh in dich,
Erkenne mich.
Knoten aus Dampf,
Berührung des Nichts,
Luftschloss aus Stein.
Baue atomar,
Liebe Hass,
Begrüße Abschied.
Finde einen Weg.
Lass dich treiben,
Gezeiten der Hoffnung.
Meer der Besinnung,
Kahn des Leichtsinns,
Lebe.

autumn leaves 

Samstag, Oktober 24th, 2009

Zu warten auf Deine Rückkehr
so weit weg – Im Herzen nah.
Für immer bei mir – in Gedanken
schon in der Zukunft – Du wieder hier
Das Jetzt – es scheint so unwichtig, fern.
Nicht real – ein anderes Leben
Doch frage ich mich jeden Tag:
Wirst Du mir Erfüllung bringen?
So leer allein – sehnsüchtig ächzt dein Platz
in meiner Brust.
Am rechten Fleck das bist du erst
wenn ich nicht mehr nur ich – Du hier.
Zusammen für das übernächste Mal
denn bist Du hier – schon wieder dort.
Viel zu vage mein Gerüst
aus Gedanken – Hoffnung lebt.
Doch kannst erst Du Gewissheit bringen,
wenn du Gewissheit geben willst.
Ich warte auf Dich – ewig blüht der Herbst
Nie Frühling doch auch Winter nicht,
im Sommer meines Lebens.

once upon the time (again) 

Donnerstag, Juni 11th, 2009

Probieren wir mal was Neues. Vor einiger Zeit habe ich mir die Mühe gemacht meine Handschrift zu digitalisieren. Das sieht dann wie folgt aus:

Spar (digitalisiert)

(weiterlesen …)

shine 

Samstag, November 8th, 2008

Was man mir heute beibrachte
ist: in Dir steckt mehr als man so dachte
Du solltest dir mal mehr zutrauen
kurz – du solltest dich mehr ausbauen.
Dazu folgendes:
Wäre ich ein Stern am Firmament
und könnt’ ich heller leuchten
als das restliche Sternenregiment
würde ich mich dennoch dafür entscheiden
nicht heller zu leuchten
als die, die es mir würden neiden.
denn auch ich bin nur ein Stern
und wie alle anderen wär’ ich gern.
Ich denk’ ich weiß wer ich bin,
ich denk’ ich weiß auch was ich bin,
aber vorallem denke ich, ich weiß,
was ich nicht bin, auch ohne Fleiß.
Was ich bin, wenn man so will,
ist wie ich bin, für mich allein,
für niemanden sonst kann ich so sein.

bewegung 

Sonntag, September 28th, 2008

Vorwärts lautet das Motto,
denn Stillstand ist der Tod.
Doch obwohl ich vorwärts sage,
bewege ich mich eher rückwärts.
Nicht, dass es eine Rolle spielen würde,
wohin ich mich derzeit bewege.
So lange ich in Bewegung bleibe,
ist alles in Ordnung.
Die Nacht liegt auf der Lauer
und die Ruhe ist mein Feind.
Nur ein Moment nicht abgelenkt reicht aus
um meine Welt wieder einstürzen zu lassen.
Mit der Zeit wurde ich immer besser
in diesem Spiel der Verdrängung.
Doch lösen sich Probleme nicht von allein,
aber je mehr Zeit vergeht,
desto leichter scheint es,
sich wieder damit zu beschäftigen.
Ich lebe diese Lüge bis mein Herz zerbricht.
Was bleibt mir schon?
Wer bleibt mir noch?
Alleine ist gewiss nichts besser
doch einfacher
und schmerzfrei.