Poesie und Philosophie über den ganz normalen Wahnsinn unseres Lebens. Poetry and philosophy about the everyday madness in our lives.

Archiv der ‘Deutsch’ Kategorie


Meine Reaktion auf Aussagen der CDU/CSU zu SOPA/PIPA 

Donnerstag, Januar 26th, 2012

Sehr geehrter Herr Heveling, Sehr geehrter Herr Dr. Krings,

zu Ihrer Erklärung zum Thema SOPA und PIPA vom 25.1.2012 (nachzulesen unter http://goo.gl/YDZiJ) möchte ich gerne einige Punkte anmerken:

Sie bezeichnen das deutsche Urheberrecht als „ein Eckpfeiler des Rechtsstaates und der sozialen Marktwirtschaft“. Korrekt ist, dass das Urheberrecht den Urhebern diverse Rechte einräumt. Diese Rechte sind von einzelnen schwerlich zu vertreten oder durchzusetzen. Somit sind es große Unternehmen und Interessengemeinschaften, die hauptsächlich von diesen Rechten profitieren. Das mag der Wirtschaft zu Gute komme, ist jedoch ein Ziegelstein auf dem Bremspedal einer sich immer schneller weiterentwickelten Gesellschaft.
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Im Zwielicht 

Sonntag, November 27th, 2011

An der Ecke zwischen hier und nirgendwo
hab ich dich gefunden
und vielleicht geht es allen so
doch haben wir uns endlos geschunden.

Neben allerlei und unter allem
fand ich an dir meinen Gefallen,
wie Welten die aufeinander prallen
ineinander verhakt mit uns’ren Krallen.

Los zu lassen, das ist schwer
die Frage: Ist da nun nichts mehr?
Wie kann es das gewesen sein
ich dachte du wärst ewig mein.

Stets im Abseits, mittendrin
handelten wir ohne jeden Sinn.
Mit dem Herzen voll voraus
unbeirrt ins frühe Aus.

Liebste Liebe höre mich
warum lässt du mich im Stich?
Sind Gefühle hoffnungslos
oder gibt es Grund für diesen Stoß?

Lang genug zusammen gelitten
oft genug nur noch gestritten
aber der Schlussstrich änderte nicht viel
brachte uns beide nicht ans Ziel.

Es gibt nichts zu begleichen
und auch nichts zu erreichen.
Die Waage im perfekten Gleichgewicht
und trotzdem: ewig trübes Licht.

Gefangen im Leben
gegeißelt durch Zeit
hör auf an mir zu kleben
dann bin ich befreit.

[Am Ende von nichts
am Anfang von allem
kein Laut wird erschallen
Diamanten des Gesichts.]

Occam’s razor 

Mittwoch, Mai 11th, 2011

non sunt multiplicanda entia sine necessitate

Ockhams Rasiermesser (engl. Occam’s razor) beschreibt ein Sparsamkeitsprinzip. Fälschlicherweise interpretiert man die Aussage häufig als “Wenn es mehrere Erklärungen für ein und den selben Sachverhalt gibt, so ist die einfachste die plausibelste”. An dieser Fehlinterpretation ist nicht zuletzt unser geliebtes Hollywood schuld. Die Aussage wird ziemlich genau so im Film “Contact” (1997) gegen Ende gemacht. Die richtige Aussage hinter Ockhams Rasiermesser wäre:
Von mehreren Theorien, die den selben Sachverhalt erklären können, sind die einfachen vorzuziehen. Alternativ könnte man auch sagen, dass ein Zusammenhang so einfach wie möglich erklärt werden sollte. Das soll nun erstmal genug wikipedia für heute sein.

Interpretieren wir Ockhams Rasiermesser auf Beziehungen zwischen Menschen um. Jeder hängt in solch einem Fall fest oder hing darin. Man steigert sich selbst in eine imaginäre Beziehung mit einer geliebten Person hinein. Verliert den Kopf und interpretiert alles so positiv wie es nur geht. Man kann aus jedem freundlichen Wort mehr machen als es ist. Man kann von jedem Lächeln, das man geschenkt bekommt, Woche um Woche zehren. Oder man kann versuchen die Welt zu sehen wie sie ist. Vergiss die Zeit die ihr miteinander verbringt. Kommt sie / er auf dich zu, oder geht die Initiative nur von dir aus? Belüg dich nicht selbst, sondern sei einfach ehrlich zu dir selbst. Die Erkenntnis tut weh, aber einfach ist sie doch: Das Gefühl mit dem du dein Herz erwärmst ist deines allein. Es kommt nichts zurück, wenn du nicht aktiv danach fragst. Man gibt sich nur mit dir ab, wenn man nichts anderes vor hat oder – um dir nicht weh zu tun.

Wenn du viele Erklärungen hast warum es aktuell nicht so prima zwischen euch läuft, so ziehe die einfachen Erklärungen vor. Die einfachen Erklärungen – die so schwierig zu erkennen und zu akzeptieren sind.

Geliebte, lass dir sagen: Wenn du weißt, dass dein Gegenüber mehr für dich empfindet als du selbst; lass ihn nicht in der Schwebe. Sag ihm, dass da nichts ist, auch wenn dadurch Welten untergehen. Neue Welten können erst entstehen, wenn der Bann erstmal gebrochen.

Georgos / Bauer 

Dienstag, Mai 3rd, 2011

In der Hoffnung, dass du weißt, wo dein Name seinen Ursprung hat und dich dies irgendwie erreicht.

Ein paar Dinge,
die mir auf dem Herzen liegen:
Ich weiß,
dass mich dieser Text teuer zu stehen kommen kann
- aber was soll ich tun?
Das Herz eines Dichters
ist nicht dazu gemacht dicht zu halten.

Du kennst mich genauso wenig,
wie ich dich kenne.
Wir sind uns nie begegnet,
haben uns nie gesehen.
Doch kann ich sehen was du tust,
hören was du sprachst,
fühlen was du getan.

Im Folgenden spricht nur mein Herz zu dir.
Hör hin
- damit du verstehst was es dir sagt,
tust was du solltest,
fühlst was es bedeutet.

Liebe, mein Freund,
hat nichts mit der Zukunft zu tun.
Sie ist im Moment
und nur dort wichtig.
Liebe kennt keine Distanz,
kennt keine Zeit,
keine Probleme
und kein Ende.

Liebe stellt sich selbst nicht das Bein,
das tut der Kopf.
Doch hör, Freund:
Liebe, das ist nicht rational,
nicht zu erklären,
unbeirrbar und pur.
Was also sucht dein Kopf
in Entscheidungen der Art?

Du gehst fort,
lässt sie zurück -
warum bleibt sie auf der Strecke?
Meinst du etwa
etwas besseres wird sich ergeben?
Sieh ein,
besser wird es nicht,
nur anders
allemal.

Was ist nicht zu lieben an ihr?
Die Distanz,
mögliche Zukunft,
Ungewissheit?
Ich sage alles
was sie hat und ist
perfekt wie ein Kreis -
nur alleine
kann sie nicht sein.

Verwehre dich nicht vor ihr
lass dich tragen.
Sie wird dich leiten
zu einer Lösung
für euch beide.
Ich habe es gesehen
Welten zwischen ihnen -
doch Liebe eint sie.
Entfernungen sind winzig klein,
können sie nur einen Herzschlag beisammen sein.

Es ist noch nicht zu spät -
es kann noch alles werden.
Sag ihr,
ich will heute lieben
morgen ist vorerst egal.
Selbst wenn eure Treffen
selten wie ein Diamant;
so lass mich aus Erfahrung sprechen:

Liebe den Augenblick,
liebe ohne Rücksicht auf den Tag danach.
Sie ist zu kostbar um es nicht zu tun,
zu flüchtig um sie auszuschlagen.
Jeder Moment mit ihr ist wie ein Edelstein
und könnte es auch der Letzte sein,
ist es besser dieses Gefühl gehabt zu haben
als es später ewig zu bereuen
und nie versucht zu haben.

Sei kein Idiot,
wenn ihr euch schon damit abgefunden habt.
Was der Kopf meint interessiert hier keinen
und was ihr Mund sagt
ist nich was ihr Herz so spricht.
Von Herz zu Herz sage ich dir:
Lass Energie in Worte fließen
und du wirst das Leben mit ihr genießen.

rocket science 

Mittwoch, April 27th, 2011

(Im folgenden nehme ich überhaupt keine Rücksicht auf wissenschaftliche Tatsachen – Ich ziehe völlig falsche Analogien und Schlüsse – Na und? Der Text ist schön…)

In Englisch sagt man “Love should not be rocket science”. Das bedeutet übersetzt so viel wie die Liebe ist keine komplexe Wissenschaft, oder wie man bei uns sagt “kein Hexenwerk”.
Ich kann dieser Aussage voll und ganz zustimmen:

In meinen Augen verhält sich das Leben und die Liebe keinenfalls wie Raketenwissenschaft. Raketenwissenschaft ist viel zu einfach. Was dem ganzen näher kommt ist die Quantenphysik. Nun wir alle wissen, wie Quantenphysik funktioniert… Nagut, wissen wir nicht. Das hält mich aber nicht davon ab auf einen bestimmten Aspekt ihrer einzugehen. In der Quantenphysik gibt es die sogenannte Heisenberg’sche Unschärferelation. Diese umfasst im Grunde drei Aussagen mit denen ich mich hier kurz beschäftigen möchte.

Aussage 1) Es ist nicht möglich ein Quantenteilchen so zu präparieren, dass zwei verschiedene Quanteneigenschaften beliebig genau messbar wären.

Wir hangeln uns von dieser Aussage zurück zum Thema Liebe. Wir interpretieren die Beziehung als Quantenteilchen und in diesem Fall die Eigenschaften als die beiden Menschen, die an dieser zwischenmenschlichen Beziehung teilnehmen. Das ist in der Quantenphysik völlig legitim denn Welle ist bekanntlich Teilchen und anders herum.

Folgerung:

Der Beziehungscharakter zwischen uns ist eindeutig, trotzdem scheint es unmöglich uns beide zusammen zu bekommen. Es gibt nur dich oder mich – zusammen ergeben wir ein ungenaues Ergebnis.
(Und bevor jetzt jemand ankommt, mit unscharf und ungenau sind zwei verschiedene paar Schuhe… Wenn ich einer Frau sage, dass sie mit mir zusammen total unscharf ist, wird das sicher nie was… So! Das musste ja gesagt werden)

Aussage 2) Es ist nicht möglich zwei verschiedene Quanteneigenschaften eines Quantenteilches gleichzeitig zu messen.

Diese Aussage bestärkt die erste und sagt prinzipiell:

Selbst wenn ich dich liebe, liebst du mich nicht. Erst wenn ich dich nicht mehr liebe, wirst du mich lieben.
(Man könnte einen Roman drüber schreiben… oder: Man könnte genau das bleiben lassen.)

Aussage 3) Mit der Messung einer Eigenschaft wird zwangsläufig die Messung der anderen Eigenschaft verfälscht.

Klingt einfach genug. Ist es aber nicht. Kern der Aussage ist: Man kann nicht schauen ob etwas da ist, ohne dabei etwas beim anderen zu Verändern. Jeder kennt das – nur, so vermute ich, nicht aus der Quantenphysik.

Die bittere Erkenntnis dieser Aussage ist:
Ich kann dich nicht küssen, ohne, dass du danach anders über mich denkst. Wenn ich es aber nicht tue werde ich es nie erfahren. Zum Guten oder zum Schlechten – Ich könnte etwas sehr positives erreichen, oder ich könnte dich für immer verlieren. Ist es das wert?

Kennst du das? 

Montag, April 18th, 2011

Für eine besondere Frau.

Kennst du das?
Die Sonne steht hoch am Zenit
doch deine Gedanken sind wie Granit.
Draußen warm, doch innen kalt
du fühlst dich heute einfach alt.
In dir findest du auf allen Wegen
Wirbelsturm, Tsunami, Regen.
Schönes Wetter, schöner Tag,
eigentlich ganz so wie man es mag.
Sollte dich das nicht erheitern?
Doch tust du daran heute scheitern.
All das Gute hat heut’ keinen Zweck
Die Wahrheit bleibt: Er ist weg.

Hast du das schon gehört?
“Der hat dich nicht verdient”
ist ein Spruch der dich angrient.
Deine Freunde sagen “sei nicht blöd, der ist’s nicht wert”.
Sicher liegen sie damit nicht ganz verkehrt.
“Du findest einen besseren, da bin ich sicher”
aus dir bricht hysterisches Gekicher.
Man kann ihn einfach nicht ersetzen
wie konnte er dich nur so verletzen?
Man kriegt dich auch nicht richtig munter,
denn alles was du siehst zieht dich runter.
Dein Kopf sieht jeden Versuch nur als Betrug,
dein Herz weiß genau: er ist genug.

Fühlst du das?
Seine Macken sind das, was dir fehlt
und doch ist es seine Nähe die dich quält.
Du willst viel mehr als ihn nur sehn
und darfst doch nur vor ihm stehn.
Du zehrst von jedem Wort das er zu dir spricht
dass er dich weiter fertig macht, fällt nicht ins Gewicht.
Er ist halt so, und immer so gewesen
doch liebst du ihn wie einen alten Besen.
Kann er dich denn nicht verstehen,
deine Gefühle lassen ihn nicht gehen.

Verstehst du das?
Dieser Text soll dir was sagen:
Du sollst dich nicht länger Plagen.
Du bist ganz sicher nicht allein
und das Leben ist nicht lang gemein.
Deine Glücksnuss hält gewiss was sie verspricht
vielleicht findest du es in diesem Gedicht.
Finde Freude an den kleinen Dingen
dann wird dir bald alles gelingen.

Metamorphosegedicht 

Sonntag, März 6th, 2011

Ich bin ein Blatt Papier,
ich falte mich zu einer Schwalbe
und fliege in den Himmel.
Fort flattere ich mit meinen Flügeln
und gleite in eine Wolke.
Ich bin ein Regentropfen
und falle mit vielen meinesgleichen Richtung Erde,
wo wir eine Pfütze bilden.
Ein Fahrrad fährt durch mich hindurch,
man kettet mich an eine Laterne.
Ich leuchte hell auf die Bank unter mir.
Dort wo ab und an ein Pärchen sitzt,
ineinander verkeilt, ganz eins.
Sie küssen sich -
ich bin die Liebe,
im Frühling häufig anzutreffen.
Ich bin ein Jahr, ein Tag -
Ich bin der Moment.
Mich zerteilt der Takt
und zu mir spielt die Musik.
Ein Teil von mir ist Melodie
der andere ist Gesang,
erzeugt durch die Stimme -
spreche ich Reime.
Ich bin ein Gedicht
und stehe noch am Anfang.
Ich bin der Urknall, pure Energie
in Form von Druck und Dampf
schiebe ich den Kolben,
denn ich bin eine Lok
und ziehe den Zug im endlosen Kreis.
Wie ein Karussell
wirble ich durch die Luft
Ich bin der Keim jeden Lebens,
Essenz jedes Atemzugs,
fülle die Lunge,
bin in jedem Mensch zuhause.
In bin der Körper, der Arm und die Hand
Ich bin die Feder im Füller,
durch mich ziehe ich Tinte
forme Linien in Worte.
Ich werde beschrieben,
bin nur ein Blatt Papier.

Weltweite Unruhen in Ballungszentren 

Mittwoch, März 2nd, 2011

BERLIN. In einer Pressekonferenz des RAK Krisenstabs wurde heute um 19 Uhr bekannt gegeben, dass es weltweit in Ballungszentren zu Zwischenfällen kam. Es handle sich hierbei um einen Präzedenzfall, der sich, laut Stabsvorsitzender Renee Tabuchali, ohne vorherige Anzeichen ereignete. Die RAKs wurden, so Tabuchali, “am helllichten Tage und ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung verübt”. Das skrupellose Vorgehensweise und die offensichtlich weltweit koordinierten Täterschaften lassen auf eine neue Form der Terrornetzorganisation schließen.
Augenzeugenberichten zu Folge (weiterlesen …)

Dienstag 

Dienstag, März 1st, 2011

Morgentau in deinen Augen,
Frühreif bahnt sich über dein Gesicht.
Diamant im Augenwinkel
Edelsteine im Lid.

So müde und doch:
unfähig zu schlafen.
Vakuum im Kopf,
Füllende Leere.

Einmal waschen
den Schmutz des Tages,
den Rest von gestern dazu.

Der Tag will auch nicht mehr so recht
aber bald vorbei,
drum ist’s einerlei.

Montag 

Montag, Februar 28th, 2011

Nacht,
es regnet, doch man sieht es nicht.
Regen,
Wolken verdecken was an Licht noch bleibt.
Augenblick,
durch einen Spalt scheint fahles Licht.
Wiese,
nass von Tropfen, woher kommt das Wasser?
Glitzern,
kleine Edelsteine an jedem Halm.
Mond,
er zeigt nur einen Teil und ist doch ganz.
Zeit,
vergeht erst langsam, nur im Rückblick schnell.
Stille,
irgendwo, gefasst, allein
Ruhe,
tiefer Atem.