Poesie und Philosophie über den ganz normalen Wahnsinn unseres Lebens. Poetry and philosophy about the everyday madness in our lives.

Archiv für Februar, 2006


Sorry

Dienstag, Februar 14th, 2006

Ein weiteres Mal der falsche Weg
Wieder falsch abgebogen
Die falschen Ziele verfolgt
Die falschen Dinge gefühlt
Doch kann ich nicht anders
denn ich bin immernoch Mensch
Es tut mir Leid, wenn es dich verletzt hat
und es tut mir leid, dass ich dich je getroffen habe
Es tut mir Leid, dass ich die selbe Luft atme die durch deine Lunge strömt
Es tut mir Leid, dass ich bin wer ich bin
Es tut mir Leid, dass ich dich liebe
Es tut mir Leid, dass ich lebe
Ich bitte nicht um Vergebung
denn die gibt es für keinen von uns
Es gibt eine Lösung für dieses Problem
und die werde ich nehmen und von dir gehn.

Kein Horizont

Montag, Februar 13th, 2006

Tränen brennen in den Augen
Wie blind kann man sein?
Stechen im Herz
War alles nur Fiktion?
Nicht mehr als Einbildung?
Kein Wort kann dieses Gefühl beschreiben
Gleichzeitig auf dem Boden der Tatsachen zurück
Doch auch im Freien Fall
Wo führt dieses Leben hin?
Hat es überhaupt noch Sinn?
Kein Licht am Ende des Tunnels lässt erschließen
Dass dieser Weg bald ein Ende hat
Dieser Weg
Barfuß über ein Meer von Tränen
Die zu Blut gefrohren sind
Tief ins Fleisch sich graben
Langsam ihr Gift verbreiten
Das Leben aus dem Körper zieht.

Let’s take our time, it won’t change over night
We got a chance we didn’t have before
Let’s take our time, it won’t change over night
We got a chance we didn’t have before

You are, first on my list,
When everything around is gone I know
You are, first on my list,
When everything is shown up for what it is

(Athlete – Yesterday Threw Everything At Me)

Goodbye Heartbreak

Donnerstag, Februar 9th, 2006

Und ich gehe diesen Weg der mich zum Ende führt,
weiß nicht wo er entlang geht doch ich folge ihm blind.
Seltsamste Dinge begegnen mir, streifen mich doch bleiben zurück
Zurück auf diesem Weg
Jeder Funken Licht wird verschluckt und Dunkelheit umschließt mich,
mein Sonnenschein erreicht mich nicht,
und es wird keinen mehr geben wo sie fehlt.
Keine wärme in meinem Herzen
Es hat innerlich begonnen
Dieser lange Weg
Der Anfang vom Ende
Wo ist mein zu Hause?
Wo gehöre ich nur hin?
Lebe wohl mein gebrochenes Herz.
Wir werden uns lange nicht mehr sehen.
Du bleibst hier und ich gehe fort.
Suche nicht nach mir, denn ich brauche dich nicht.

long way home

Samstag, Februar 4th, 2006

Es war dunkel vor ihrem Fenster. Der Regen prasselte gegen das große Fenster ihres Abteils. Das monotone Gerumpel der Schwellen unter dem Zug war schon längst in ihr Blut übergegangen, sodass sie ihre Gedanken schweifen lassen konnte, wärend draußen immer wieder vereinzelte Lichterpunkte von Ortschaften vorbeiglitten.

Der Flug war überraschend angenehm gewesen. Pünktlicher Abflug und wenig Turbulenzen. Ein süßer, junger Blondschopf saß neben ihr am Fenster und hatte, in kindlicher Neugier über alles erstaunt, die meißte Zeit stahlend aus dem Fenster gestarrt. Die Umstiegszeit am Flughafen in den bereitstehenden Zug war knapp bemessen, aber gut schaffbar. Sie hatte ihren kleinen Koffer unter dem Sitz verstaut und es sich in einem der leeren Sessel in einem Sechspersonenabteil gemütlich gemacht. Nach einigen Halten war sie alleine im Abteil und ließ, erleichtert durch die Ruhe um sie herum, die Füße nach vorne gleiten.

Zu Hause. Noch drei Stationen, dann würde sie in dem kleinen Nest ankommen, das für sie vor langer Zeit der wohl spießigste Platz auf Erden gewesen war. Ein Dorf am Ende der Welt, bestehend aus nicht mehr als dem Bahnhof und ein paar Häusern, in denen nicht mehr Menschen lebten, als es Katzen im Dorf gab. Das letzte mal war sie hier zur Beerdigung ihrer Mutter, ihr Vater war schon einige Jahre zuvor friedlich eingeschlafen. Damals war der kleine Bungalow ihrer Eltern voll mit Leben gewesen. Viele Menschen, die in Trauerstimmung, den letzten Abschied von ihrer Mutter nahmen. Emilia hatte nicht gewusst, dass ihre Eltern überhaupt so viele Menschen kannten. Ihr Vater hatte einmal gesagt, dass er ihre Mutter in der Stadt kennengelernt hatte und sie viele schöne Jahre dort verbracht hatten. Wahrscheinlich kannten sie daher so viele Menschen. Heimat aber, war für ihn die Stadt nie gewesen. Die eigenen vier Wände mit einem Garten um dem man sich kümmern kann, hatte er sich schon immer gewünscht. Ein Wunsch der in Erfüllung gegangen war und soweit es Emilia wusste, waren ihre Eltern dort immer glücklich gewesen, bis auf ein paar Streitereien über unwichtige Dinge.

Die Bremsen des Zugs zogen an und ein merkwürdiges Gefühl machte sich in ihr breit. Wie würde es sein, nach so langer Zeit wieder an den Ort ihrer Kindheit zurückzukehren. Sie wusste es nicht, doch hatte sich der unbändige Wunsch nach Heimat in ihr angestaut und sie zu dieser Reise gebracht. Der Morgen war in den ersten Zügen als sie ihren Koffer unter dem Sitz hervorwuchtete und den Griff zum Ziehen aus dem Koffer herauszog. Ein paar Schritte in dem nurnoch rollenden Zug bis zur Tür. Ein Ruck und das Zischen in den Türen, das die Entriegelung verrät. Mit einer Hand griff sie langsam nach dem Knauf und drehte ihn herum bis die Tür aufschwang. Emilia trat die zwei Stufen hinunter und auf den Bahnsteig. Den Blick auf die altmodische Türverkleidung des Zuges gerichtet, hob sie den Koffer behutsam über die Stufen zu sich auf den Bahnsteig hinab. Sie drehte sich um und blickte durch den kühlen Morgennebel auf den merkwürdig vertrauten, kleinen Bau der das Bahnhofsgebäude darstellte. Ein junger Mann half, ein gutes Stück weiter durch den Nebel gräulich scheinend, einer Frau mit ihrem schweren Gepäck aus dem Zug bevor sie sich in die Arme fielen und es den Anschein hatte, als ob sie sich nie wieder loslassen wollten. Sie richtete ihren Blick auf die alte Straße die sie nach Hause führen würde und ging los.

Ihre andere Heimat in der Großstadt war weit weg, doch es machte ihr nichts aus, denn mit der Stadt hatte sie auch ihn hinter sich gelassen. Ihn, der für sie mehr Heimat war als sie es sich je gewünscht hatte. Er hatte gesagt, dass er sie liebt und dass er fühle wie sie, doch war er es, der eines Nachmittags auf sie zukam und sagte er hätte jemand neues gefunden. Emilia konnte ihm nicht wirklich böse sein, dafür liebte sie ihn zu sehr, doch der Schmerz in ihrem Herzen hatte den Bezug ihres Kopfkissens viele Nächte mit Salzwasser durchtränken lassen. Es war nicht so, dass sie es hätte ändern können und selbst wenn sie es gekonnt hätte, hatte sie doch gewusst, dass wenn er glücklich sein sollte, sie auf ihn verzichten musste und ihn freigeben musste. Es tat weh, doch das schien nun nurnoch eine Erinnerung zu sein.

Die vertraute alte Straße endete bald und nur der Schotterweg führte weiter zum Haus ihrer Eltern. Sie musste den Koffer abwechselnd in den Händen tragen, da er obwohl er nicht sehr groß war, sehr schwer wirkte. Früher hatte sie diese Gegend beim Spiel mit anderen Kindern mit dem Mond verglichen, da es eine recht öde Landschaft war die sich meilenweit hinzog. Heute genoss sie die kühle Morgenluft und ließ den Blick beim Laufen über das offene Land, das mit deutlich gealterten Bäumen übersät war, schweifen. Ihre Gedanken vermengten sich mit Erinnerungen an ihre Kindheit, in der sie immer weiter von zu Hause weglief und am Abend ihren Eltern erzählte wie weit sie, wenn sie groß sein würde, wegreisen würde. Ihr Vater hatte immer nur gelächelt und gesagt, dass man Heimat nicht in der Fremde, sondern nur im Herzen findet.

Das Alte rostige Gartentor, das zum Eingang des Hauses führte kam in Sicht und ein kleiner Anflug von Aufregung machte sich in ihrem Kopf breit. Sie hatte sich manchmal gefragt, warum sie das Haus ihrer Eltern nicht verkauft hatte. Wahrscheinlich konnte sie es nicht, weil sie wusste wie viel ihren Eltern an diesem Stück Erde und Stein gelegen hatte. Heute war sie froh, dass sie wusste, wohin sie gehen konnte. Ein Freund der Familie hatte sich um das Haus gekümmert, in der Zeit als niemand da war und so war es fast verwunderlich, dass es nicht komplett von den Bäumen und Sträuchern, die ihre Eltern einst so geflegt hatten, zugewachsen war.

Quietschend glitt die Gartentür auf und Emilie setzte einen Fuß vor den anderen über die alten Pflastersteine auf die große, schwere Holzeingangstür des einstigen Elternhauses zu. Sie kramte nach ihrem Schlüsselbund und fischte den Schlüssel heraus, den sie seit langen Jahren nicht mehr verwendet hatte, und steckte ihn ins Schloss.

Ein Schwall von Emotionen überkam sie. Tausende Erinnerungen, von ihrer Kindheit bis zu dem Moment, in dem sie durch das Gartentor schritt, fluteten ihren Verstand. Eine einzelne Träne löste sich aus ihren Augen und fiel mit einem unhörbaren Geräusch zu Boden. Nach allem was war, würde sie hier nie wieder zu Hause sein.

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